Quantifizierung der FMEA

  • Wolfgang Horn
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#8873 by Wolfgang Horn
Replied by Wolfgang Horn on topic Quantifizierung der FMEA
Hi, Barbara,
: ich finde es dennoch vollkommen in Ordnung, wenn Erfinder von Management-Theorien ganz viel Geld verdienen.
Das ist Deine Wertung.
Aber wäre Deine Wertung allgmeingültige Richtlinie - selbst IKEA mußte lernen, daß die Aufbauanleitungen für ihre Regale nützlich sein müssen, sonst gibt's Reklamationen.
Und die extreme Position - wenn eine Wissenschaft wie die BWL keine Unterscheidung kennen sollte zwischen "guten" und "schlechten" Management-Theorien, dann wären deren Abschluß weniger wert als der eines ungelernten Hilfsarbeiters.
"...dass die Chefs sich verunsichern lassen."
Korrekt.
"Niemand zwingt sie dazu, neuen Seifenblasen hinterher zu rennen!"
Nun, der Tip des Bankers mit Verweis auf BaselII ist schon ziemlich zwingend.
Abgesehen davon: Chefs müssen Pläne und Konzepte vorlegen und gegen Einwände verteidigen. Untauglich ist dazu eine Theorie, wenn auch die Zweifler sie verstanden und sich Gegenargumente zurecht gelegt haben. Im Vorteil ist, wer sich die neueste, noch allgemein unverstandene Theorie auf seine Fahne schreibt.
"Mit derselben Argumentation müsstest Du dann alle QMler als Qualitätsberater definieren."
Tue ich auch, weil das resultatorientierte Unternehmen nur Resultatverantwortung kennt - und davon abgeleitet Verantwortung für Personal und daß die Kunden die Ware mit den zugesagten Eigenschaften erhalten.
Der QMler kann den Verantwortlichen besser als jeder andere beraten, wie er die Qualität mit geringstem Aufwand sicherstellen kann. Aber der QM'ler hat nicht nicht die Befugnisse, die notwendig wären, damit er auch die Verantwortung für die Qualität tragen könnte.
"...Dafür werden sie in ihrer Arbeit auch entlastet, weil sie sich nicht mehr im Detail um die Risiken kümmern müssen."
Wohl richtig. Nur bewerte ich Be- und Entlastungen anders: Angesichts der Neben- und Folgewirkungen halte ich die Belastungen für größer. Und die GF hat meiner Meinung nach Wichtigeres zu tun, als sich selbst um Risiken zu kümmern, um die sich Manager kümmern könnten.
Belegen oder Widerlegen ließe sich das nur im konkreten Einzelfall.
"Wenn eine Firma eine gewisse Größe erreicht hat,..."
Natürlich muß bei irgendeiner Größe die Arbeit geteilt werden.
Die Frage ist, welche Form der Arbeitsteilung mehr Produktivität ermöglicht. Das kann die Form nach der allerneuesten Managementmode sein, aber so unzuverlässig die Moden, so wenig wird sie das sein.
Ein Risikoberater mag entlastend wirken, muß man am konkreten Fall untersuchen.
Aber die Verantwortung für die Vermeidung von Risiken kann nur tragen, wer auch die notwendigen Befugnisse hat - und das habe ich noch nicht erlebt.
Ciao
Wolfgang Horn



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  • Florian
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#8887 by Florian
Replied by Florian on topic Quantifizierung der FMEA
Hallo Wolfgang und Barbara
Wir haben das Thema, sind Menschen stark oder schwach, auch schon diskutiert.
Meine Meinung ist, dass Barbara dabei die Umstände, welche in der Industrie oder im Bankwesen gelten, unterschätzt.
Vor ein paar Wochen hat sich gerade wieder ein Banker erschossen, natürlich nachdem einige andere auch draufgegangen sind.
Der Chefarzt der Invalidenversicherung (Schweiz) redet von min. 20\% (tendenz steigend) Invaliden, aufgrund von Mobbing. Diese Tatsachen zeigen nur die Spitze des Eisberges auf.
Manager sind genauso Menschen wie wir, mit Stärken und Schwächen. Da sie aber oft viel erreichen wollen, übergehen sie ihre eigenen ethischen Empfindungen. Sie machen "alles" um weiterkommen. Dies ist meist nicht das Richtige, sondern was von ihnen (von oben) verlangt wird.
Leider muss ich Wolfgang recht geben, die momentan im Einsatz stehenden Managementpraktiken sind nicht für die Gegenwart, geschweige den für die Zukunft geeignet.
Ich wage eine Voraussage: All die neu bestimmten Risikomanager werden genau sowenig für Deutschland (gilt auch für die Schweiz) und seine Problem tun können, wie die QMB's, Prozessmanager, Frauenbeauftragte, Umweltmanager, usw.
Damit wir weiterkommen, müssen die Führungsschulen endlich die alten Paradigmen (Konkurrenzgläubigkeit, gewisse Angst am Arbeitsplatz vereinfacht die Führungsarbeit, Misstrauen, Druck durch Motivationstraining, Beurteilungssysteme, Bonuszahlungen, ISO, EFQM, Preisausschreiben, usw.) über Bord werfen und zurück zur Realität finden.
Ich wünsche Euch beiden noch einen guten Rutsch ins Neue Jahr und uns allen wünsche ich noch viele, über den Tellerand* hinausreichende Diskussionen.
Gruss Florian
*Habe ich Wolfgang geklaut :-)


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