Die Bezeichnung Pt100 für den gebräuchlichsten Platin-Messwiderstand leitet sich vom verwendeten Material Platin und dem Nennwiderstand von 100 Ohm bei bei einer Celsius-Temperatur von 0 ° ab. Die Funktionsweise dieser Sensoren beruht auf der messbaren Auswirkung von Temperatur auf den elektrischen Widerstand von Platin.

Vor allem wegen ihrer geringen Abweichungen und des damit einfach zu erledigenden Austausches haben die Sensoren eine starke Verbreitung in der Industrie, zum Beispiel als Widerstandsthermometer oder integriert geschaltet, gefunden. Die in der Richtlinie EN60751 festgelegte Normung reicht zwar von -200 bis +850 ° C, allerdings fällt der Einsatz deutlich begrenzter aus. Für den Nennwiderstand von 100 Ohm wurden folgende Grenzwerte erfasst:

Temperatur in ° C Nennwert 100 in Ohm (Typ 404)

- 200 18,52

- 100 60,26

- 50 80,31

- 40 84,27

- 30 88,22

- 20 92,16

- 10 96,09

0 100

10 103,90

20 107,79

30 111,67

40 115,54

50 119,40

100 138,51

200 175,86

300 212,05

400 247,09

500 280,98

600 313,71

700 345,28

800 375,70

 

Bei der Herstellung von Platin-Messwiderständen kommt in Europa technisch reines Platin zum Einsatz, im asiatischen und nordamerikanischen Raum eher noch spektral reines Platin. Da die Temperaturkoeffizienten unterschiedlich berechnet werden, sollte bei der Konfiguration elektronischer Anzeigen auf die Einstellung des passenden Koeffizienten geachtet werden.

 

Die Platin-Messwiderstände können nach ihrem Aufbau unterschieden werden in:

 

Draht-Messwiderstände

Ein Platindraht wird entweder in Glas-, für niedrigere Temperaturen, oder Keramikmasse eingeschmolzen und zum Schutz mit Glas oder Keramik umhüllt.

 

Dünnschicht-Messwiderstände

Auf einen Keramikträger wird eine Schicht Platin aufgetragen, mit Anschlussdrähten versehen und durch Lasertrimmen auf den Nennwert eingestellt. Sowohl ein Überzug als auch eine hermetisch dichte Umhüllung aus Glas oder Keramik schützen vor Beschädigung. Diese Herstellungsform wird bevorzugt, weil Größen- und Formgebung variabler und die Kosten für die Herstellung und den Abgleich niedriger sind.

 

Die Grenzabweichungen sind für beide Aufbauarten vergleichbar, allerdings hat die Schichttechnik den Vorteil, dass kleinere Bauteile entstehen können. Der Einbau von Platin-Messwiderständen kann entweder direkt vorgenommen werden, indem sie zum auf einer Platine verlötet oder auf der Oberfläche montiert werden, oder sie werden in einem genormten Gehäuse untergebracht, um beispielsweise als Widerstandsthermometer in der Industrie zum Einsatz zu kommen. Spezielle Formen sind Mantelwiderstandsthermometer, bei denen die Platin-Messwiderstände in ein bewegliches Stahlrohr eingebaut werden, sowie Anfertigungen für die Temperaturmessung bei Gasen, auf Oberflächen oder durch Einstechen in zu messendes Material. Angeschlossen werden die Messwiderstände mit Steckverbindern oder Leitungen. 


Buchliste: Pt100