Im Qualitätswesen sollte man sich präzise ausdrücken. Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Aber es wäre gut, wenn man nicht gerade das Gegenteil sagt, von dem was man denkt.

Wer eine Behauptung mit dem Wort “scheinbar” schmückt, signalisiert, dass man selbst nicht an diese Behauptung glaubt.

“Der Motor ist scheinbar ok”  heißt in Wirklichkeit “Ich habe zwar keinen Fehler gefunden, aber ich glaube, dass da noch einige Fehler zu finden sind.” 

Eine ähnliche Bedeutung hat das Wort “anscheinend”, jedoch glaubt man auch der Aussage.

“Der Motor ist anscheinend ok”  heißt in Wirklichkeit “Ich habe keinen Fehler gefunden, und ich glaube auch nicht, dass da noch Fehler zu finden sind.” 

Zu kompliziert? Hier eine Eselsbrücke: In einer Bar (der ScheinBar) gibt es Alkohol. Der ist nicht gut für den Produktionsprozess (jedenfalls nicht im Blut des Werkers). Verzichten wir also ganz auf das Wort “scheinbar”. Wir sollten keine Informationen oder Vermutungen aufstellen, an die wir selbst nicht glauben. Verwenden wir also im Qualitätswesen nur das Wort "anscheinend".