Unter einer Mini Biogasanlage versteht man eine Anlage zur Erzeugung von Biogas mit einer Leistung von unter 75 kW. Dabei kann es sich grundsätzlich um Kleinstanlagen handeln, wie sie im privaten Bereich oft sogar als Eigenbau hergestellt werden oder auch um größere und professionell betriebene Anlagen, die unter der genannten Leistungsgrenze bleiben.

Die Leistungsgrenze von 75 kW bezieht sich auf die Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG von 2012, das die öffentliche Förderung bevorzugt für die so genannten Mini Biogasanlagen verwendet sehen will.

Wie andere Biogasanlagen dienen Mini Biogasanlagen der Erzeugung von Biogas. Dabei nutzen auch Mini Biogasanlagen die gleichen biologischen und chemischen Prozesse wie größere Anlagen zur Erzeugung von Biogas. Wird die auch als Substrat bezeichnete Biomasse mit Hilfe von Mikroorganismen anaerob abgebaut, entstehen Faulgase. Diese sind nicht nur brennbar, sondern haben darüber hinaus sogar noch einen hohen Heizwert, weil sie vornehmlich Methan und Wasserstoff enthalten. Da es sich auch bei den Gas-Erzeugnissen von Mini Biogasanlagen um eine relativ typische Gasmischung handelt, spricht man auch von Biogas, um die Gasqualität näher zu beschreiben. Nach dem EEG zu fördernde Mini Biogasanlagen gewinnen das Biogas durch Vergärung von Biomasse, die hauptsächlich aus tierischen Exkrementen wie Gülle und nur zu einem geringen Teil von maximal 20 Prozent Energiepflanzen als Biomasse besteht.

Die einfachste Form der Nutzung ist die Verbrennung des Gases zur Erzeugung von Heizwärme. Das in Mini Biogasanlagen erzeugte Gas eignet sich jedoch ebenfalls als Brennstoff für Ottomotoren und Gasturbinen, die Ihrerseits wiederum Elektrogeneratoren antreiben können. Insofern eignet sich Biogas aus Biogasanlagen auch zur Stromerzeugung. Wird Biogas als Brennstoff für ein Blockheizkraftwerk bzw. in anderen Anlagen mit so genannter Wärme-Kraft-Kopplung eingesetzt, dient es gleichzeitig zur Strom- und zur Wärmeerzeugung. Der so erzeugte Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Auf diese Weise kann die aus Biomasse gewonnene Energie auch über weitere Strecken transportiert werden. Am häufigsten wird das gewonnene Biogas in Anlagen mit Wärme-Kraft-Kopplung genutzt. Es dient dort zum Antrieb von Motoren, die Generatoren zur Stromerzeugung antreiben. Die in der Abwärme des Motors enthaltene Energie kann wiederum genutzt werden, um die Gärungsprozesse in Biogasanlagen zu fördern. Dieser Prozess und die technische Qualität der heute zur Verfügung stehenden Ablagen zur Wärme-Kraft-Kopplung stellen sicher, dass die im Biogas enthaltende Energie mit ausgezeichneten Wirkungsgraden fast vollständig genutzt werden kann. Das EEG legt deshalb ebenfalls fest, dass nur solche Mini Biogasanlagen Förderung erhalten, die das gewonnene Biogas nicht nur zu Heizzwecken verwenden.

Den EEG Vorschriften zur Förderung von Mini Biogasanlagen liegt die Überlegung zu Grunde, dass man auf diese Art und Weise nicht nur die Erzeugung von Bioenergie fördert, sondern gleichzeitig das Gülle Problem bekämpft sowie eher kleinere landwirtschaftliche Betriebe fördert. Als indirekten Effekt erhofft man sich zusätzlich, durch weitgehenden Verzicht auf Energiepflanzen als Substrat den Anteil an Flächennutzung zur Erzeugung der Energiepflanzen zu verringern.

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