English: tubular frame lock / narrow stile lock / Español: cerradura para marco tubular / Português: fechadura para caixilho tubular / Français: serrure pour cadre tubulaire / Italiano: serratura per telaio tubolare / Nederlands: buiskader-slot / smal profielslot
Ein Rohrrahmenschloss ist ein schmal konstruiertes Einsteckschloss, das speziell für Türen mit schmalen Profilrahmen entwickelt wurde. Das Schloss wird in den sogenannten Rohrrahmen der Tür eingesetzt und ermöglicht eine sichere Verriegelung trotz begrenztem Platz. Im Wesentlichen unterscheidet sich ein Rohrrahmenschloss von einem Einsteckschloss somit in der geringeren Schlosskörpertiefe.
Aufbau und Funktion
Ein Rohrrahmenschloss besteht aus mehreren zentralen Komponenten, in der Regel aus einem Schlosskasten, einer Falle und einem Riegel. Die Falle ist ein angeschrägter Bolzen, der durch Federdruck beim Schließen der Tür in das Schließblech einrastet und die Tür geschlossen hält. Der Riegel befindet sich meist unterhalb der Falle und wird mithilfe eines Schlüssels oder Profilzylinders in eine Öffnung des Schließblechs geschoben, wodurch die Tür verriegelt werden kann. Ein weiteres wichtiges Bauteil ist die Drückernuss. Sie nimmt den Vierkantstift des Türdrückers auf und überträgt die Bewegung beim Herunterdrücken der Klinke auf die Falle, wodurch die Tür sich wieder öffnen lässt. Eine Feder sorgt dafür, dass der Türdrücker nach der Betätigung wieder in seine Ausgangsposition zurückkehrt.
Je nach Ausführung kann ein Rohrrahmenschloss auch mit zusätzlichen Elementen wie beispielsweise einem Wechselmechanismus (für Türen mit Drücker und Knauf) oder einer Panikfunktion (für Fluchttüren) ausgestattet sein.
Technische Merkmale und Sicherheitsmerkmale
Rohrrahmenschlösser sind in unterschiedlichen Dornmaßen, Entfernungen (Abstand zwischen Drückernuss und Schlüsselloch) sowie Ausführungen erhältlich, um den Anforderungen verschiedener Türsysteme gerecht zu werden. Hochwertige Varianten bestehen aus Edelstahl, was sie extrem korrosionsbeständig, widerstandsfähig und langlebig macht – selbst bei intensiver Nutzung und wechselnden Witterungsbedingungen. Schlosskasten und Riegel sind häufig verzinkt, vernickelt oder pulverbeschichtet, um Korrosion zu verhindern und dauerhafte Funktionssicherheit zu gewährleisten. Bestimmte Ausführungen sind zudem einbruchhemmend nach europäischen Normen wie EN 12209 oder EN 179 und bieten ein besonders hohes Maß an Sicherheit.
Typische Einsatzbereiche von Rohrrahmenschlössern
Rohrrahmenschlösser sind weit verbreitet und kommen immer dann zum Einsatz, wenn schmale Türprofile den Einbau eines anderen Schlosses unmöglich machen. Durch die genannten Eigenschaften eignen sich Rohrrahmenschlösser sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Bereich oder öffentliche Gebäude. Typische Einsatzbereiche von Rohrrahmenschlössern sind etwa:
- Türen aus Stahl oder Aluminium, z. B. in Bürogebäuden, Werkstätten oder Lagerräumen.
- Türen mit Glasfüllung in Aluminiumrahmen, wie sie in modernen Büro- oder Verwaltungsgebäuden immer häufiger vorkommen.
- Brandschutztüren und Fluchttüren: Spezielle Ausführungen mit Panikfunktion oder Mehrfachverriegelung werden in öffentlichen Gebäuden eingesetzt, um im Ernstfall eine schnelle und sichere Evakuierung zu ermöglichen.
- Automatisierte oder zutrittskontrollierte Türen: Rohrrahmenschlösser können mit elektrischen Türöffnern, Magnetfallen oder elektronischen Schließsystemen kombiniert werden.
- In Hotels, Schulen, Krankenhäusern oder Geschäftshäusern, wo Türen häufig genutzt werden und widerstandsfähige Mechanik benötigt wird.
Ähnliche Begriffe
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Einsteckschloss (Mortise Lock)
Ein Standardschloss, das in eine Aussparung der Tür eingebaut wird. Im Gegensatz zum Rohrrahmenschloss hat es eine tiefere Schlosskörperbauweise und ist für breitere Türprofile geeignet. Wird häufig in Holz- oder Massivtüren verwendet. -
Stulpschloss (Rim Lock)
Ein aufschraubbares Schloss, das auf der Türinnenseite montiert wird. Im Gegensatz zum Rohrrahmenschloss, das in den Rahmen eingebettet ist, eignet sich das Stulpschloss für einfache Türen ohne Rohrrahmen (z. B. Kellertüren oder Nebentüren). -
Panikschloss (Panic Exit Device)
Ein Sicherheitsschloss mit Notöffnungsfunktion, das ohne Schlüssel von innen geöffnet werden kann (z. B. durch Drücken einer Stange). Rohrrahmenschlösser können mit Panikfunktion ausgestattet sein, sind aber nicht standardmäßig so konzipiert. -
Zylinderschloss (Cylinder Lock)
Ein Schloss mit Profilzylinder, der in Rohrrahmenschlösser integriert werden kann. Der Zylinder selbst ist kein eigenständiges Schloss, sondern ein Schließmechanismus, der in verschiedene Schlosstypen eingebaut wird. -
Mehrfachverriegelungsschloss (Multi-Point Locking System)
Ein Schloss, das mehrere Verriegelungspunkte (z. B. an Oberkante, Unterkante und Seite) gleichzeitig betätigt. Rohrrahmenschlösser können als Teil eines Mehrfachverriegelungssystems fungieren, sind aber keine eigenständigen Mehrfachverriegelungen. -
Elektronisches Schließsystem (Electronic Locking System)
Ein digital gesteuertes Schloss mit Zutrittskontrolle (z. B. per Chipkarte, Code oder Biometrie). Rohrrahmenschlösser können mit elektronischen Komponenten erweitert werden, sind aber grundsätzlich mechanische Schlösser. -
Schwenkriegel (Pivot Bolt)
Ein Riegelmechanismus, der durch Schwenken statt Linearbewegung verriegelt. Wird oft in Sonderkonstruktionen eingesetzt, während Rohrrahmenschlösser lineare Riegelbewegungen nutzen. -
Kastenriegelschloss (Box Strike Lock)
Ein Schloss mit verstärktem Schließblech für höhere Sicherheit. Rohrrahmenschlösser können mit Kastenriegeln kombiniert werden, sind aber keine Kastenriegelschlösser im engeren Sinne. -
Glasfalztürschloss (Glass Door Lock)
Ein spezialisiertes Schloss für Glastüren, das oft ohne Bohren montiert wird. Rohrrahmenschlösser werden in Aluminium- oder Stahlrahmen mit Glasfüllung eingebaut, während Glasfalztürschlösser direkt am Glas befestigt werden. -
Schließblech (Strike Plate)
Das Gegenstück zum Schloss, das in den Türrahmen eingebaut wird und den Riegel aufnimmt. Ohne Schließblech kann ein Rohrrahmenschloss nicht funktionieren, es ist aber kein Schloss selbst. -
Wechselmechanismus (Reversible Latch)
Ein Mechanismus in Rohrrahmenschlössern, der es ermöglicht, die Tür von beiden Seiten mit einem Drücker zu öffnen (z. B. in Büros oder Hotels). Kein eigenständiges Schloss, sondern eine Funktionserweiterung. -
Magnetschloss (Magnetic Lock)
Ein elektromagnetisches Schloss, das ohne mechanische Riegel funktioniert. Rohrrahmenschlösser sind mechanisch, können aber mit Magnetfallen kombiniert werden. -
Sicherheitsschloss (High-Security Lock)
Ein Schloss mit erhöhtem Einbruchschutz (z. B. nach EN 12209). Rohrrahmenschlösser können als Sicherheitsschlösser zertifiziert sein, sind aber nicht automatisch hochsicher. -
Türschließer (Door Closer)
Ein mechanisches oder hydraulisches System, das Türen automatisch schließt. Kein Schloss, aber oft in Kombination mit Rohrrahmenschlössern eingesetzt. -
Profilzylinder (Profile Cylinder)
Der Schlüsselmechanismus, der in Rohrrahmenschlösser eingebaut wird. Er ist kein vollständiges Schloss, sondern ein Schließmodul.
Zusammenfassung
Ein Rohrrahmenschloss ist ein schmalbauendes Einsteckschloss, das speziell für Türen mit schmalen Profilrahmen (z. B. aus Aluminium oder Stahl) entwickelt wurde. Im Gegensatz zu Standard-Einsteckschlössern zeichnet es sich durch eine geringere Schlosskörpertiefe aus, die den Einbau in Rohrrahmen ermöglicht, ohne die Stabilität der Tür zu beeinträchtigen. Kernkomponenten sind der Schlosskasten, die Falle, der Riegel, die Drückernuss und optional Zusatzfunktionen wie Wechselmechanismen oder Panikfunktionen.
Rohrrahmenschlösser verbinden Funktionalität, Sicherheit und Platzsparendheit, was sie zu einer ideal Lösung für schmale Türprofile in Industrie, Gewerbe und öffentlichen Gebäuden macht. Durch Kombination mit elektronischen Systemen (z. B. Zutrittskontrolle) oder Mehrfachverriegelungen lassen sie sich an individuelle Sicherheitsanforderungen anpassen.
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