Ein Flurförderfahrzeug ist ein Transportmittel, das für den horizontalen Transport von Gütern zu ebener Erde konzipiert wurde. Flurförderfahrzeuge werden den Unstetigförderern zugeordnet.

Flurförderzeuge befördern Güter durch Ziehen oder Schieben. Ein mit einer Hubeinrichtung ausgerüstetes Flurförderfahrzeug kann Lasten eigenständig aufnehmen und absetzen, anheben und stapeln. Die Benennung der Flurförderfahrzeuge sollte der DIN ISO 5053 (kraftbetriebene Flurförderzeuge) entsprechen.

Arten von Flurförderfahrzeugen

Eine Unterscheidung der Flurförderfahrzeuge erfolgt in gleislose und gleisgebundene Flurfördermittel. 

Zu den gleisgebundenen Flurfördermitteln zählen beispielsweise Triebfahrzeuge, Wagen, Sonderfahrzeuge und Krane.

In die Gruppe der gleislosen Flurförderfahrzeuge gehören Handfahrgeräte, Stapelgeräte und angetriebene Fahrgeräte wie:

  • Gabelstapler
  • Hubwagen
  • Bed Mover für Krankenhausbetten
  • Kommissionierer (zum Kommissionieren der Waren für die Auslieferung in weitläufigen Lagern)
  • Langläufer (zum gleichzeitigen Transport mehrerer Gütereinheiten wie z. B. Europaletten)
  • Portalhubwagen
  • Reach-Stacker
  • Quersitzstapler
  • Schmalgangstapler (zum Beschicken enger Regalsysteme)
  • Schubmaststapler
  • Vierwegestapler
  • Zugmaschinen (für den innerbetrieblichen Transport)

Einige dieser Flurförderfahrzeuge können als fahrerlose Transportsysteme ausgelegt sein. Bei diesen werden die Bewegung der Güter und der betriebsinterne Transport automatisch gesteuert, ohne dass die Anwesenheit eines Fahrers erforderlich ist.

Rechnergesteuerte Umweltmodelle sind unter den Flurförderfahrzeugen ebenfalls zu finden. Diese funktionieren per Ultraschall und Bildverarbeitung. Die zentralen Funktionen steuern sich computergestützt über informatorische und physische Ebenen.

Automatische Flurförderfahrzeuge

Automatische Flurförderfahrzeuge sind Bestandteile fahrerloser Transportsysteme. Synonym werden die Bezeichnungen "fahrerloses Transportfahrzeug" (FTF) oder "Automated Guided Vehicles" (AGV) verwendet. Ein solches Fahrzeug wird automatisiert geführt. Es bewegt sich ohne menschliches Zutun entlang virtueller oder realer Leitlinien. Die Steuerung, Disponierung und Verwaltung übernimmt ein übergeordneter Rechner.

Fahrerlose Transportsysteme in Form von Wagen, Schleppern oder Gabelhubwagen kommen für Transportvorgänge zur Anwendung. Stapler werden hingegen eingesetzt, wenn sowohl Transport- als auch Stapelfunktionen nötig sind.

Das reale Leitlinien-Verfahren erfolgt mit mechanischen, induktiven, optischen und magnetischen Führungen. Die virtuelle Leitlinienführung wird über die Bahnbeschreibung eines Programmes, Koppelnavigation, Trägheitsnavigation, scannende Laser und Positionsbaken, Ultraschall und/oder Bildverarbeitungssysteme realisiert.

Für automatische Flurförderfahrzeuge gelten besondere Sicherheitsbestimmungen, welche in der Richtlinie ZH 1/473 niedergelegt sind.

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Allgemeine rechtliche Vorschriften für Flurförderfahrzeuge

Flurfördergeräte mit Verbrennungsmotor dürfen in geschlossenen Räumen nur bedingt verwendet werden, da die Abgase sich als gesundheitsgefährdend erwiesen haben. Damit entfallen für den Innengebrauch weitgehend Antriebsmittel wie Flüssiggas, Erdgas, Benzin und Diesel.

Die Führung von Flurförderfahrzeugen ist nur fachmännisch eingewiesenen Personen erlaubt, die einen schriftlichen Nachweis über ihre Befähigung vorlegen können. Für den Betrieb im öffentlichen Straßenverkehr ist eine zusätzliche Fahrerlaubnis erforderlich. Die einzelnen Rechtsgrundlagen wurden im § 7 Absatz 1 der Unfallverhütungsvorschrift für Flurförderfahrzeuge (BGV D27) niedergelegt. Von diesen Vorschriften ausgenommen sind Flurfördergeräte, deren Steuerung durch einen mitlaufenden Fahrer (Mitgänger) erfolgt. 

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