Just-in-time (JIT) ist eine Methode bei der Materialversorgung und im Produktionsmanagements. Sie basiert darauf, dass das benötigte Material genau zum richtigen Zeitpunkt angeliefert wird.

Ein Produktionslager entfällt damit weitgehend und das Transportmittel übernimmt die Lagerfunktion. Das System wurde ursprünglich bei Toyota entwickelt und perfektioniert.

Das Ziel besteht darin, Verschwendung zu reduzieren, die Lagerhaltung zu minimieren und die Effizienz der Produktionsprozesse zu maximieren. JIT ermöglicht es Unternehmen, Bestände zu minimieren, Produktionskosten zu senken und die Reaktionsfähigkeit auf Kundenanforderungen zu verbessern.

Das Just-in-Time-Konzept beinhaltet verschiedene Aspekte und Prinzipien. Hier sind einige Beispiele, wie JIT in der Industrie angewendet werden kann:

1. Reduzierung von Lagerbeständen: Durch die Implementierung von JIT wird die Lagerhaltung von Rohstoffen, Zwischenprodukten und Fertigprodukten auf ein Minimum reduziert. Materialien werden nur in dem Umfang bereitgestellt, wie sie benötigt werden, um eine reibungslose Produktion zu gewährleisten. Dadurch werden Lagerkosten und die Gefahr von Überbeständen oder veralteten Beständen verringert.

2. Just-in-Time-Lieferungen: JIT erfordert enge Zusammenarbeit mit Lieferanten, um Materialien und Komponenten in der erforderlichen Menge und zum richtigen Zeitpunkt zu liefern. Die Lieferungen erfolgen genau dann, wenn sie für den Produktionsprozess benötigt werden, um Engpässe oder Stillstandszeiten zu minimieren.

3. Kanban-System: Ein Kanban-System wird häufig in JIT-Systemen verwendet. Dabei handelt es sich um ein visuelles Steuerungssystem, bei dem Karten oder Behälter verwendet werden, um den Materialfluss zu steuern. Wenn ein bestimmter Artikel verbraucht wird, wird eine Kanban-Karte verwendet, um die Nachbestellung oder die Bereitstellung des Materials anzufordern.

4. Flexibilität in der Produktion: JIT erfordert flexible Produktionsprozesse, um auf Kundenbedürfnisse und sich ändernde Marktanforderungen reagieren zu können. Die Produktion wird so gestaltet, dass sie schnell auf Änderungen in der Nachfrage oder den Produktanforderungen reagieren kann, um Überproduktion oder Engpässe zu vermeiden.

5. Qualitätssicherung: JIT betont die Bedeutung der Qualitätssicherung in allen Phasen der Produktion. Durch die Implementierung von Qualitätssicherungssystemen und -prozessen werden Fehler und Ausschuss minimiert. Dies hilft, Kosten zu senken und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

6. Kontinuierliche Verbesserung: JIT basiert auf dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung. Durch regelmäßige Überprüfung und Analyse der Produktionsprozesse werden Schwachstellen identifiziert und Maßnahmen ergriffen, um sie zu beseitigen. Dadurch wird eine stetige Optimierung und Effizienzsteigerung ermöglicht.

Neben Just-in-Time gibt es auch andere Konzepte und Methoden, die ähnliche Prinzipien oder Ziele im Industrieumfeld verfolgen. Hier sind einige Beispiele:

1. Lean Manufacturing: Lean Manufacturing zielt darauf ab, Verschwendung in den Produktionsprozessen zu eliminieren und kontinuierlich Wert für den Kunden zu schaffen. Es beinhaltet die Identifizierung und Beseitigung von Muda (Verschwendung) in Form von übermäßigen Beständen, unnötigen Bewegungen oder Wartezeiten.

2. Kaizen: Kaizen ist ein kontinuierlicher Verbesserungsansatz, der auf die Beteiligung aller Mitarbeiter abzielt. Es beinhaltet die systematische Identifizierung von Verbesserungspotenzialen und die Umsetzung kleiner, inkrementeller Verbesserungen in den Arbeitsprozessen.

3. Agile Produktion: Agile Produktion ist ein Ansatz, der sich auf die schnelle Anpassungsfähigkeit und Flexibilität der Produktion konzentriert. Es basiert auf der Fähigkeit, schnell auf Kundenanforderungen zu reagieren und sich an sich ändernde Marktbedingungen anzupassen.

4. Continuous Flow Manufacturing: Continuous Flow Manufacturing zielt darauf ab, die Produktionsprozesse in einem kontinuierlichen Fluss zu gestalten, um Engpässe und Wartezeiten zu minimieren. Es ermöglicht eine gleichmäßige und kontinuierliche Produktion ohne Unterbrechungen.

5. Quick Response Manufacturing: Quick Response Manufacturing (QRM) konzentriert sich darauf, die Reaktionsfähigkeit der Produktion zu verbessern, indem die Durchlaufzeiten verkürzt und die Flexibilität erhöht wird. Es basiert auf der Idee, dass Unternehmen schnell auf Kundenbestellungen reagieren können, ohne dabei hohe Lagerbestände zu halten.

Diese Ansätze ergänzen und erweitern das Just-in-Time-Konzept und teilen ähnliche Ziele wie die Reduzierung von Verschwendung, die Verbesserung der Effizienz und die Steigerung der Kundenzufriedenheit. Unternehmen können verschiedene Ansätze kombinieren oder denjenigen wählen, der am besten zu ihren spezifischen Anforderungen und Zielen passt.


Andere Definition:

Das Just-in-Time (JIT) im Sinne von: Flow Manufacturing (PP-FLW) ist ein Mittel zur tagesgenauen Bedarfsvorschau, d.h. Teile können tagesgenau vom Lieferanten abgerufen werden. Der Feinabruf dient - anders als der Lieferabruf - zur genauen Planung und ist lieferrelevant. Während der Lieferabruf lediglich eine Mengenangabe ist, stellt der Feinabruf den Auftrag dar. Der Feinabruf wird durch die Bedarfsplanung erzeugt.

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