Drahtlose Kommunikation revolutioniert die moderne Industrieproduktion und bildet das Rückgrat von Machine-to-Machine (M2M), einer Technologie, die Maschinen, Anlagen und Produkte direkt miteinander vernetzt. Ohne diese direkte Kommunikation zwischen Systemen wären effiziente Fertigung, transparente Logistik und robuste Serviceprozesse kaum denkbar. Doch während Schlagworte wie Industrie 4.0 oder IoT oft im Mittelpunkt stehen, geht es in der Praxis vor allem um stabile Netze, zuverlässige Protokolle und belastbare Sicherheitskonzepte. Dieser Artikel beleuchtet, wie sich industrielle Kommunikation entwickelt, welche Technologien heute relevant sind und worauf Verantwortliche bei der Umsetzung achten sollten – von der Auswahl der richtigen Funktechnologien bis hin zur Integration in bestehende Produktionsumgebungen.

Die Vernetzung von Maschinen ermöglicht nicht nur eine automatisierte Datenübertragung, sondern auch Echtzeit-Entscheidungen, die Produktionsprozesse optimieren und Ausfallzeiten minimieren. Ob in der Fertigung, Logistik oder im Service: M2M ist der Schlüssel, um Prozesse effizienter, transparenter und widerstandsfähiger zu gestalten. Doch welche Technologien eignen sich für welche Anwendungsfälle? Und wie lassen sich Sicherheit, Skalierbarkeit und Netzverfügbarkeit gewährleisten? Dieser Beitrag gibt Antworten und zeigt, wie Unternehmen M2M erfolgreich in ihre Strategien integrieren können.

Drahtlose Kommunikation wird zur zentralen Infrastruktur moderner Industrieproduktion, und M2M ist dabei der entscheidende Baustein für vernetzte Maschinen, Anlagen und Produkte. Wer Fertigung, Logistik und Service effizienter, transparenter und robuster gestalten will, kommt an direkter Kommunikation zwischen Maschinen nicht vorbei. In der industriellen Praxis geht es dabei weniger um Schlagworte, sondern um stabile Netze, zuverlässige Protokolle und belastbare Sicherheitskonzepte. Dieser Beitrag zeigt, wie sich industrielle Kommunikation entwickelt, welche Technologien heute relevant sind und worauf Planer und Verantwortliche bei der Umsetzung achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • M2M bezeichnet die direkte, meist automatisierte Kommunikation zwischen Maschinen und Systemen, ohne dass Menschen permanent eingreifen müssen.

  • Drahtlose Kommunikation in der Industrie verschiebt sich von punktuellen Lösungen hin zu integrierten, durchgängigen Kommunikationsarchitekturen vom Sensor bis in die Cloud.

  • 5G, industrielle WLAN-Varianten und Low-Power-Wide-Area-Technologien ermöglichen unterschiedliche M2M-Anwendungsfälle von hochdynamischen Robotikzellen bis zu verteilten Sensornetzen.

  • Sicherheit, Netzverfügbarkeit, Latenzanforderungen und Skalierbarkeit sind Schlüsselfaktoren, wenn Unternehmen drahtlose Kommunikation produktiv einsetzen.

  • Unternehmen profitieren vor allem dann, wenn sie M2M früh in ihre Instandhaltungs-, Produktions- und Servicekonzepte integrieren und organisatorische Prozesse anpassen.

Grundlagen: Was M2M in der Industrie wirklich bedeutet

M2M steht in der Industrie für den automatisierten Datenaustausch zwischen technischen Systemen, der definierte Prozesse ohne ständige menschliche Interaktion ermöglicht. Typische Beispiele sind Sensoren, die Zustandsdaten an eine SPS senden, vernetzte Steuerungen, die Produktionsschritte koordinieren, oder Maschinen, die direkt mit Serviceplattformen kommunizieren. Im Unterschied zu reinen Mensch-Maschine-Schnittstellen rückt bei dieser Form der Kommunikation die maschinenseitige Entscheidungsvorbereitung und -ausführung in den Vordergrund.

Abgrenzung von M2M, IoT und Industrie 4.0

M2M ist der technische Kernbaustein, während Begriffe wie Internet of Things und Industrie 4.0 eher übergeordnete Konzepte und Geschäftsmodelle beschreiben. IoT fokussiert auf die Vernetzung verschiedenster Objekte über IP-basierte Netze, während Industrie 4.0 Wertschöpfungsketten, Datenflüsse und Organisationsstrukturen umfasst. M2M-Kommunikation stellt in diesem Kontext die Verbindungsschicht bereit, über die physische Assets Daten erzeugen, austauschen und auf Befehle reagieren. Für Ingenieure ist deshalb die präzise Definition von Schnittstellen, Protokollen und Echtzeitanforderungen entscheidend.

Typische Einsatzbereiche von M2M in Fertigung und Maschinenbau

M2M-Anwendungen lassen sich in der Industrie klar nach Funktion und Zielsetzung strukturieren. Häufige Einsatzbereiche sind zustandsbasierte Instandhaltung, automatische Materialnachlieferung, Monitoring von Prozessparametern, Ferndiagnose von Maschinen und die Kopplung ganzer Produktionslinien. In der Logistik spielen vernetzte Fördertechnik, fahrerlose Transportsysteme und Track-and-Trace-Lösungen eine wichtige Rolle. Im Maschinenbau entstehen zudem neue Servicekonzepte, bei denen Anlagen im Feld kontinuierlich Daten an Herstellerplattformen liefern.

Drahtlose Kommunikationstechnologien für industrielle M2M-Szenarien

Drahtlose Technologien ermöglichen M2M-Verbindungen dort, wo Verkabelung zu teuer, zu unflexibel oder physikalisch schwierig ist. Für industrielle Anwendungen sind dabei vor allem Zuverlässigkeit, deterministische Kommunikation und die Fähigkeit zur Integration in bestehende Automationsnetze relevant. Unternehmen müssen deshalb Funksysteme gezielt nach Anforderungen wie Reichweite, Datenrate, Latenz und Energiebedarf auswählen.

Industrielles WLAN und proprietäre Funksysteme

Industrielles WLAN eignet sich für viele M2M-Anwendungen, bei denen mittlere Latenzen und flexible Mobilität gefordert sind. Beispiele reichen von vernetzten Handhelds im Lager über Maschinenanbindung in Hallen bis zu fahrerlosen Transportsystemen. Für besonders robuste Punkt-zu-Punkt-Verbindungen oder in sehr funkkritischen Umgebungen setzen Unternehmen häufig auf proprietäre Funksysteme mit speziell abgestimmten Protokollen. Diese Systeme priorisieren oft Zuverlässigkeit und deterministisches Verhalten gegenüber maximaler Bandbreite.

5G, private Campusnetze und Mobilfunk-basiertes M2M

5G und nachfolgende Mobilfunkgenerationen eröffnen neue M2M-Anwendungen mit hohen Anforderungen an Latenz, Bandbreite und Zuverlässigkeit. Private Campusnetze ermöglichen es Unternehmen, eigene, lokal begrenzte Mobilfunkinfrastrukturen aufzubauen und so drahtlose Kommunikation tief in Maschinen, Roboter und mobile Systeme zu integrieren. In verteilten Anwendungen wie Fernwartung, Flottenmanagement oder Energieinfrastruktur unterstützt zellulare Kommunikation zudem große Geografien mit einheitlicher Netzabdeckung und standardisierten Schnittstellen.

LPWAN: Energieeffiziente Konnektivität für verteilte Sensorik

Low-Power-Wide-Area-Netze eignen sich für M2M-Szenarien mit geringen Datenraten, langen Standzeiten und großen Reichweiten. Dazu zählen beispielsweise Zustandsmonitoring in weitläufigen Produktionsarealen, Energie- und Medienerfassung oder Infrastrukturüberwachung. Der Schwerpunkt liegt auf extrem energieeffizienter Übertragung, wodurch batteriebetriebene Sensoren über lange Zeiträume im Feld betrieben werden können. Für Planer ist die Integration in bestehende IT- und OT-Systeme entscheidend, damit die generierten Daten direkt in Auswertung und Steuerung einfließen.

Architektur und Protokolle: Wie M2M-Systeme aufgebaut sind

Eine tragfähige M2M-Architektur verbindet Feldgeräte, Steuerungen, Edge-Instanzen und Backend-Systeme zu einem geschlossenen Funktionsverbund. Im industriellen Umfeld kommt es dabei auf klare Schichtenmodelle, definierte Übergabepunkte zwischen IT und OT sowie einheitliche Datenmodelle an. Die Auswahl geeigneter Protokolle entscheidet maßgeblich über Integrationsaufwand und zukünftige Erweiterbarkeit.

Kommunikationsprotokolle für industrielle M2M-Kommunikation

Industrielle M2M-Systeme nutzen eine Kombination aus Automatisierungsprotokollen und IP-basierten Protokollen. Feldbus-nahe Protokolle verbinden Sensoren und Aktoren mit Steuerungen, während moderne, serviceorientierte Protokolle wie OPC UA die Brücke zu Leit- und IT-Systemen schlagen. Für ressourcenschwache Endgeräte und Cloud-Anbindungen kommen schlanke Protokolle etwa für Publish/Subscribe-Mechanismen zum Einsatz. In der Praxis bewährt sich ein Baukastenansatz, bei dem für jede Schicht das jeweils passende Protokoll gewählt wird.

Systemarchitektur vom Sensor bis in die Cloud

Eine typische M2M-Architektur gliedert sich in Edge-Ebene, lokale Steuerungsebene und Backend- oder Cloud-Ebene. Am Rand des Netzes erfassen Sensoren physikalische Größen und übergeben sie an Gateways oder Edge-Controller, die Daten filtern, vorverarbeiten und teilweise lokal auswerten. Die aggregierten Informationen werden über sichere Verbindungen an zentrale Systeme übergeben, in denen Visualisierung, Analyse, Optimierung und Reporting stattfinden. Ein klar definiertes Rollen- und Rechtekonzept sorgt dafür, dass Maschinen nur die für ihre Aufgabe notwendigen Daten senden und empfangen.

Sicherheit, Betrieb und praktische Umsetzung von M2M-Lösungen

Sicherheit und zuverlässiger Betrieb sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass drahtlose M2M-Systeme in produktiven Umgebungen akzeptiert und langfristig genutzt werden. Neben technischen Maßnahmen sind planvolle Inbetriebnahme, Monitoring und organisatorische Regelungen entscheidend. Technisch orientierte Verantwortliche sollten deshalb Sicherheitsarchitektur und Betriebsprozesse von Beginn an in das Projekt einbeziehen.

IT-Sicherheit und funktionale Sicherheit in M2M-Netzwerken

Sichere M2M-Kommunikation basiert auf Verschlüsselung, Authentifizierung und Segmentierung der Netze. Ergänzend müssen industrielle Controller, Gateways und Endgeräte gegen unautorisierte Zugriffe gehärtet werden, ohne die funktionale Sicherheit von Maschinen zu beeinträchtigen. In vielen Projekten wird deshalb eine strikte Trennung zwischen Steuerungsnetz und Unternehmens-IT umgesetzt, verbunden über klar kontrollierte Übergabepunkte. Erprobte Sicherheitsrichtlinien und regelmäßige Aktualisierungen der Systemsoftware tragen wesentlich zur Risikominimierung bei.

Betrieb, Skalierung und Zusammenarbeit mit Spezialisten

Der wirtschaftliche Nutzen von M2M-Systemen entfaltet sich vor allem dann, wenn Unternehmen Betrieb und Weiterentwicklung strukturiert planen. Dazu gehören definierte Verantwortlichkeiten, standardisierte Rollout-Prozesse für neue Geräte, kontinuierliches Monitoring von Netz- und Dienstqualität sowie vorausschauende Kapazitätsplanung. Viele Industrieunternehmen arbeiten hierfür mit spezialisierten Anbietern zusammen, die Konnektivität, Verwaltung und Betreuung von M2M-Lösungen bereitstellen und so interne Teams entlasten; ein Beispiel dafür sind Dienstleister für industrielle Konnektivität wie spezialisierte Partner im Bereich M2M.

Vergleich zentraler drahtloser Technologien für industrielle Anwendungen

Die Wahl der passenden Funktechnologie für M2M hängt vom konkreten Einsatzszenario ab. Ein strukturierter Vergleich wichtiger Kriterien erleichtert die Auswahl und verhindert kostspielige Fehlplanungen.

Technologie

Typische Stärken

Industrielles WLAN

Flexible Mobilität in Hallen, mittlere Latenz, etablierte Standards

5G/Campusnetze

Niedrige Latenzen, hohe Dichte, QoS für zeitkritische Anwendungen

Mobilfunk (LTE etc.)

Weiträumige Abdeckung, einfache Anbindung verteilter Assets

LPWAN

Sehr niedriger Energiebedarf, lange Reichweiten, geringe Datenraten

Proprietäre Funksysteme

Hohe Robustheit, anwendungsspezifische Optimierung

Praktische Tipps für die Planung industrieller M2M-Projekte

Durch einige grundlegende Vorgehensweisen lassen sich M2M-Projekte in industriellen Umgebungen planbar und nachhaltig umsetzen. Vor allem eine klare Anforderungsdefinition und die frühzeitige Einbindung aller relevanten Fachbereiche sind entscheidend.

  1. Anforderungen präzise definieren: Latenz, Verfügbarkeit, Datenvolumen, Lebensdauer und Sicherheitsniveau früh festlegen, bevor Technologieentscheidungen getroffen werden.

  2. Pilotzellen aufbauen: Neue M2M-Konzepte zunächst in abgegrenzten Bereichen testen, Erfahrungen sammeln und technische sowie organisatorische Anpassungen vornehmen.

  3. IT- und OT-Teams vernetzen: Frühzeitige Abstimmung zwischen Automatisierungstechnik, IT-Sicherheit und Infrastrukturplanung sorgt für konsistente Architekturen.

  4. Skalierbarkeit mitdenken: Adresskonzepte, Gerätemanagement und Update-Prozesse so auslegen, dass spätere Erweiterungen ohne grundlegende Neuplanung möglich sind.

  5. Lebenszyklus betrachten: Beschaffungs-, Inbetriebnahme-, Wartungs- und Rückbauphasen organisatorisch abbilden, inklusive klarer Zuständigkeiten und Dokumentation.

Häufig gestellte Fragen

Wie verändert drahtlose Kommunikation die klassische Fertigungsplanung?

Drahtlose Kommunikation erhöht die Flexibilität in der Fertigungsplanung deutlich. Maschinen, Roboter und Transportmittel können ohne aufwendige Verkabelung umkonfiguriert werden, wodurch Produktionslinien schneller an neue Produkte oder Stückzahlen angepasst werden. Zudem erleichtern mobile Endgeräte und vernetzte Sensoren den Zugriff auf Echtzeitdaten direkt am Ort des Geschehens. Das Ergebnis sind kürzere Umrüstzeiten und eine feinere Abstimmung zwischen Planung und tatsächlicher Produktionssituation.

Welche Rolle spielt M2M für vorausschauende Instandhaltung?

Direkte Maschinenkommunikation ist eine wesentliche Grundlage für vorausschauende Instandhaltungskonzepte. Sensoren und Steuerungen erfassen kontinuierlich Zustandsdaten, aus denen sich Abnutzung, Fehlentwicklungen und drohende Ausfälle ableiten lassen. Über M2M-Verbindungen gelangen diese Informationen automatisiert in Auswertesysteme, die Wartungsbedarfe identifizieren und Maßnahmen einleiten. Dadurch lassen sich ungeplante Stillstände reduzieren und Wartungsressourcen gezielter einsetzen.

Wann lohnt sich der Aufbau eines eigenen drahtlosen Industrienetzes?

Ein eigenes drahtloses Industrienetz lohnt sich besonders, wenn hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, Latenz und Kontrolle bestehen. Unternehmen, die viele mobile oder schwer verkabelbare Assets in kritischen Kernprozessen einsetzen, profitieren von einer maßgeschneiderten Funkinfrastruktur. Private Netze ermöglichen zudem eine klare Trennung vom öffentlichen Internet und eine passgenaue Sicherheitsarchitektur. Die Investition zahlt sich vor allem bei langfristig genutzten Standorten mit komplexen Automatisierungsaufgaben aus.

Ähnliche Begriffe

Begriff Beschreibung Abgrenzung zu M2M Typische Anwendungsbeispiele
IoT (Internet of Things) Vernetzung physischer Objekte (Geräte, Sensoren, Alltagsgegenstände) über das Internet, um Daten auszutauschen und Aktionen auszulösen. Umfassender als M2M: IoT umfasst Konsumgüter (z. B. Smart Home) und Industrieanwendungen, während M2M spezifisch auf Maschinenkommunikation in industriellen Umgebungen fokussiert ist. Smart Home (Thermostate, Lampen), Wearables (Fitnessarmbänder), vernetzte Haushaltsgeräte.
Industrie 4.0 Vierte industrielle Revolution, die auf Vernetzung, Automatisierung und datengetriebene Optimierung von Produktionsprozessen basiert. Übergeordneter Begriff: Industrie 4.0 nutzt M2M als technische Grundlage, umfasst aber auch Geschäftsmodelle, Cloud-Integration und KI. Intelligente Fabriken, digitale Zwillinge, Predictive Maintenance, vernetzte Lieferketten.
IIoT (Industrial IoT) Industrielle Variante des IoT, die sich auf Maschinen, Anlagen und Sensoren in Produktionsumgebungen konzentriert. Spezialfall von IoT und Erweiterung von M2M: IIoT nutzt M2M-Kommunikation, integriert aber zusätzlich Cloud-Plattformen, Edge Computing und Analytics. Zustandsüberwachung von Maschinen, Echtzeit-Produktionssteuerung, Energiemanagement in Fabriken.
OT (Operational Technology) Hardware und Software zur Steuerung physischer Prozesse in industriellen Umgebungen (z. B. SPS, SCADA). Technische Grundlage für M2M: OT-Systeme nutzen M2M, um Daten zwischen Maschinen auszutauschen, während M2M den Kommunikationsprozess selbst beschreibt. Steuerung von Produktionsstraßen, Überwachung von Industrieanlagen, SCADA-Systeme.
SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition) Systeme zur Überwachung und Steuerung industrieller Prozesse durch Echtzeit-Datenerfassung und -analyse. Nutzt M2M-Daten: SCADA ist die Überwachungsebene, während M2M die Datenübertragung zwischen Maschinen ermöglicht. Energieversorgung (Stromnetze), Wasseraufbereitung, Fertigungsüberwachung.
Edge Computing Datenverarbeitung am Rand des Netzes (nahe der Datenquelle), um Latenz zu reduzieren und Bandbreite zu sparen. Ergänzt M2M: Edge Computing verarbeitet M2M-Daten lokal, bevor sie in die Cloud gesendet werden. Echtzeit-Analyse von Sensordaten, lokale Steuerung von Robotern, vorverarbeitete Daten für Cloud-Anwendungen.
OPC UA (OPC Unified Architecture) Standardisiertes Kommunikationsprotokoll für den plattformunabhängigen Datenaustausch zwischen Maschinen und IT-Systemen. Protokoll für M2M: OPC UA ist ein technischer Standard, der M2M-Kommunikation sicher und interoperabel macht. Vernetzung von Maschinen unterschiedlicher Hersteller, Datenintegration in MES/ERP-Systeme.
DCS (Distributed Control System) Dezentrales Steuerungssystem für komplexe industrielle Prozesse, das mehrere Steuerungen koordiniert. Nutzt M2M-Daten: DCS ist die Steuerungsebene, während M2M die Datenübertragung zwischen den Komponenten ermöglicht. Chemieanlagen, Raffinerien, Kraftwerke.
PLM (Product Lifecycle Management) Verwaltung aller Daten und Prozesse über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts – von der Entwicklung bis zur Entsorgung. Nutzt M2M-Daten: PLM-Systeme integrieren M2M-Daten (z. B. aus der Fertigung), um Produktdaten zu aktualisieren. Produktentwicklung, digitale Zwillinge, Wartungsdokumentation.
Digitaler Zwilling (Digital Twin) Virtuelle Repräsentation eines physischen Objekts oder Systems, das Echtzeit-Daten nutzt, um Simulationen und Analysen durchzuführen. Basiert auf M2M-Daten: Der digitale Zwilling nutzt M2M-Kommunikation, um Echtzeit-Daten vom physischen Objekt zu erhalten. Predictive Maintenance, Produktionsoptimierung, virtuelle Tests.
CPS (Cyber-Physical Systems) Systeme, die physische und digitale Komponenten kombinieren, um Echtzeit-Steuerung und -Optimierung zu ermöglichen. Integriert M2M: CPS nutzt M2M-Kommunikation, um physische und digitale Welten zu verbinden. Autonome Fertigungszellen, intelligente Verkehrssysteme, Smart Grids.
PLC (Programmable Logic Controller) Industrielle Steuerungseinheit, die Maschinen und Prozesse in Echtzeit steuert. Nutzt M2M: PLCs kommunizieren über M2M mit anderen Steuerungen oder Sensoren. Steuerung von Produktionsmaschinen, Förderbändern, Robotern.
RFID (Radio-Frequency Identification) Technologie zur berührungslosen Identifikation von Objekten mithilfe von Funkwellen. Kann M2M ergänzen: RFID liefert Daten für M2M-Systeme, z. B. zur Ortung von Waren in der Logistik. Lagerverwaltung, Supply-Chain-Tracking, Zugangskontrolle.
LPWAN (Low-Power Wide-Area Network) Funktechnologie für energieeffiziente, weiträumige Kommunikation mit geringen Datenraten (z. B. LoRaWAN, NB-IoT). Technologie für M2M: LPWAN ermöglicht M2M-Kommunikation in verteilten Umgebungen mit geringem Energieverbrauch. Zustandsmonitoring in der Landwirtschaft, Smart Metering, Asset-Tracking.
TSN (Time-Sensitive Networking) Erweiterung von Ethernet, die Echtzeit-Kommunikation mit geringer Latenz und hoher Zuverlässigkeit ermöglicht. Technologie für M2M: TSN garantiert deterministische M2M-Kommunikation in industriellen Netzen. Robotik, Echtzeit-Steuerung in Fabriken, autonome Transportsysteme.

Zusammenfassung

Machine-to-Machine (M2M) bezeichnet die automatisierte Kommunikation zwischen Maschinen und Systemen ohne menschliches Eingreifen und ist ein zentraler Baustein für die vernetzte Industrie. Drahtlose Technologien wie industrielles WLAN, 5G, private Campusnetze oder LPWAN ermöglichen unterschiedliche Anwendungsfälle – von hochdynamischen Robotikzellen bis zu verteilten Sensornetzen. Dabei sind Sicherheit, Netzverfügbarkeit, Latenz und Skalierbarkeit entscheidende Faktoren für den produktiven Einsatz.

Unternehmen profitieren besonders dann von M2M, wenn sie die Technologie früh in ihre Produktions-, Instandhaltungs- und Servicekonzepte integrieren und organisatorische Prozesse anpassen. Typische Einsatzbereiche reichen von zustandsbasierter Instandhaltung über automatische Materialnachlieferung bis hin zur Ferndiagnose von Maschinen. Für eine erfolgreiche Umsetzung müssen Verantwortliche klare Anforderungen definieren, Pilotprojekte durchführen und IT- und OT-Teams vernetzen, um eine nahtlose Integration in bestehende Systeme zu gewährleisten.

Die Wahl der richtigen Funktechnologie hängt dabei vom konkreten Szenario ab: Während industrielles WLAN Flexibilität in Hallen bietet, eignen sich 5G/Campusnetze für zeitkritische Anwendungen und LPWAN für energieeffiziente, weiträumige Sensornetze. Eine tragfähige M2M-Architektur verbindet Feldgeräte, Steuerungen und Backend-Systeme zu einem geschlossenen Funktionsverbund – mit klaren Schichtenmodellen, definierten Schnittstellen und einheitlichen Datenmodellen. Sicherheit und zuverlässiger Betrieb sind dabei zentrale Voraussetzungen, um M2M-Lösungen langfristig erfolgreich einzusetzen.

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